Organisation der häuslichen Pflegesituation
Die Lebenserwartung und Altersstruktur in Deutschland steigt, damit nimmt das Thema Pflege an Bedeutung zu.
Rund vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Meist erfolgt die Pflege durch Angehörige.
Damit die Pflege zu Hause langfristig gelingt braucht es eine gute Organisation.
Folgende Überlegungen helfen dabei, die Versorgung zu planen:
- Was kann die pflegebedürftige Person noch alleine durchführen?
- Welche Unterstützung wird benötigt?
- Welche Hilfen können Familie und Umfeld einbringen? In welchem Umfang?
- Welche Aufgaben sollten professionelle Anbieter (z.B. ambulante Pflegedienste) übernehmen?
- Welche Hilfsmittel (z.B. Haltegriffe, Rollator, Pflegebett) können den Alltag erleichtern?
- Können Wohnumbaumaßnahmen (z.B. Türverbreiterung, Badumbau) helfen?
- Wo finden Pflegepersonen Entlastung und Erholung?
Pflegestützpunkte, Informations-, Anlaufs- und Vermittlungsstellen (iav) und Pflegekassen stehen beratend zur Seite, um diese und weitere Fragen zu beantworten und zeigen Unterstützungsangebote auf.
Wichtige Schritte bei Eintreten einer Pflegesituation:
- Pflegeleistungen beantragen: Der Antrag sollte so schnell wie möglich gestellt werden, da davon abhängt, ab wann Leistungen zur Verfügung stehen. Informationen zur Antragsstellung sind im Artikel Beantragung von Leistungen zusammengefasst.
- Beratung in Anspruch nehmen: Zum Beispiel über unser Kontaktformular.
- Aufgaben klären: Absprachen mit der pflegebedürftigen Person und der Familie treffen, wer welche Aufgaben übernehmen kann z.B. Einkaufen, Haushaltsführung, Kontakt mit Krankenkasse, Ärzten, Anbietern o.ä.
- Ärztliche Verordnungen einholen: Hausärzte können medizinische Maßnahmen (z.B. Medikamentengabe, Anlegen von Verbänden, Injektionen) und Hilfsmittel verordnen.
- Freistellung von der Arbeit prüfen: In akut eintretenden Pflegesituation sind kurzfristige Freistellungen möglich, um diese zu organisieren. Auch mittel- und längerfristige Lösungen sind möglich. Weitere Informationen hierzu bietet das Bundesministerium für Gesundheit.
- Entlastungs- und Unterstützungsangebote nutzen: Dazu gehören zum Beispiel Haushaltshilfen, ambulante Pflegedienste oder Tagespflegen. Weitere Informationen dazu im Artikel Entlastungsmöglichkeiten für Pflegende. Eine Übersicht über die Anbieter im Landkreis bietet der Wegweiser für ältere Menschen und deren Angehörige.
Besonderheit bei Krankenhausaufenthalten
Befindet sich die pflegedürftige Person im Krankenhaus, unterstützt das Entlassmanagement bei der Organisation der Weiterversorgung. Dazu gehören die Vermittlung von Pflegediensten oder Kurzzeitpflege sowie die Beantragung von Hilfsmitteln und Leistungen der Pflegeversicherung.

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